Thomas Hofmann: Brünnerstraßler ABC PDF Drucken E-Mail

thumb_hofmann_bruennerstrassler_300dip_rgbThomas Hofmann:

Brünnerstraßler ABC.

Mit Farbillustrationen von Franz Schwarzinger.

120 x 180 mm, Hardcover, 48 Seiten, € 13,00

Driesch Verlag, Drösing 2013

ISBN 978-3-902787-11-8

Im August 2013 erschienen.  
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Leseproben: Vorwort und Postscriptim:

 
Ganz zu Beginn: Wein Meinviertel

„Geboren 1964 in Wien, Kindheit und Jugend in Wien und im Weinviertel“. Ja, das prägt. Die Ferien und Wochenenden in Stronsdorf, die Besuche in Unterstinkenbrunn bei meinen Großeltern und Verwandten – nachhaltige Spuren in meiner Biographie. Für mich war der „eigentliche“ Großvater der Onkel. Vom Alter her war er wie mein Großvater. Er hieß Johann Hertl und war der Onkel meines Vaters. Meine Eltern und auch ich nannten ihn Onkel, das war für alle O.K.

Auf seinem Tisch stand immer ein Doppler Haustrunk, der Onkel trank immer aus der Flasche. Noch als kleiner Knirps durfte ich auch aus dem Doppler trinken, sprich „amoi anzahn“, was so viel heißt, wie einen Schluck machen. Den vollen Doppler konnte ich nicht heben, ich musste wareten bis er halb leer war, um ihn mit beiden Händen zu stemmen.

Selbstverständlich ging ich mit dem Onkel auch in den Keller. Es war ein Sandkeller außerhalb der winzigen Stronegger Kellergasse Richtung Röhrabrunn. Dort gab es keinen Strom, nur Kerzenlicht.

Ich hatte Angst. Es grauste mir vor den Nacktschnecken, die meist bei der grünen Kellertür waren. Der Keller selber hatte einen kleinen Vorraum. Hier stand eine der runden 50 Liter Glasflaschen, in die man Schnaps einfüllt. Die Flasche faszinierte mich wegen ihrer Größe; dass sie immer leer, tat nichts zur Sache.

Nach dem Vorraum ging man ein paar Meter schräg hinunter in den eigentlichen Keller. Er war nicht sehr groß, hier lagerten ein oder zwei Fässchen mit Wein. In diesen Zwieimern, das entspricht etwas mehr als 100 Liter, war der Haustrunk. Der Onkel sog ihn mit dem Tupfer (Weinheber) heraus und füllte ihn in die mitgebrachten Doppler; ich leuchte ihm. Manchmal war auch eine Pip´n angeschlossen wo der Wein aus einem roten Plastikschläucherl ran. Ich durfte die Pip´n auf- oder zudrehen. In einer Ledertasche trug er dann zwei oder drei Doppler nach Hause; eingewickelt waren sie in karierte Handtücher, damit sie nicht schepperten und warm wurden.

Als Lohn für meine Assistenzdienste durfte ich Haustrunk kosten. Am Nachhauseweg war ich manchmal etwas weich in den Beinen, aber der Onkel hielt mich an der Hand, wie ein echter Großvater eben. Meine Mutter war wenig begeistert.

(M)ein Poysdorfer Post scriptum


Man kann es drehen und wenden wie man will: Der Brünnerstraßler als Inbegriff rescher Weine im Doppler aus dem östlichen Weinviertel hat überregionale Bekanntheit und Tradition.
Säurebetonter Veltliner im Doppler – die einen schätzen dies, die anderen weniger. Trotz schlechter PR erfreute sich der Weinviertler Wein im Doppler großer Beliebtheit; man lästerte und prostete sich – typisch für Österreich – trotzdem zu.
Bald nach dem Krieg erkannten kreative Poysdorfer das Potential ihrer Weine; 1957 kreierten sie mit dem „Poysdorfer Saurüssel“ einen Grüner Veltliner, dessen Bekannt- und Beliebtheit von Boden- bis zum Neusiedlersee reichte. Mit gewohnter Qualität und neuer Etikette reüssiert er seit 2011 auch international. Im März 2003 wurde im Weinviertel der „Weinviertel DAC“, ein Grüner Veltliner mit strengen Qualitätskriterien aus der Taufe gehoben. Das Fazit: zwei ungeahnte, hart erarbeitete Erfolgsstorys im Kleinformat von Bouteillen.
Wenn es im 21. Jhdt. angesichts, neuer Ess- und Trinkgewohnheiten Stimmen gibt, die meinen dass die Zeit des Brünnerstraßlers vorbei sei, der Doppler keine Zukunft mehr habe, bzw. haben solle, weil ohnehin nur mehr Wein in Bouteillen verlangt werde, gilt es hellhörig zu werden.
Als Metapher sei die gute alte Brünnerstraße strapaziert. Das Nebeneinander der „7er“ mit der Nordautobahn, der A 5, zeigt dass genug Platz für beide ist. Auf den Wein umgelegt: Es gibt genug Durst für „Poysdorfer Saurüssel“, „Weinviertel DAC“ und Brünnerstraßler im Doppler, sei es als geselliges Achterl oder erfrischenden Spritzer. Wer Vielfalt kultiviert, hat Stil und Kultur und erweist sich im Sinn von „leben und leben lassen als Genießer.

(M)eine ganz persönliche Bitte: Den innovativen WinzerInnen der Weinstadt und Sekthochburg Österreichs, die den „Poysdorfer Saurüssel“ zweimal zum Leben erweckt haben, die international prämierte Weine keltern, das A und O des Weinviertel DAC kennen, möge der erfrischende „Brünnerstraßler“ auch stets ein Anliegen sein!

hofmann_thomas_200Thomas Hofmann

Geboren 1964 in Wien, Kindheit und Jugend in Wien und im Weinviertel. Studium der Erdwissenschaften an der Universität Wien, seit 1991 an der Geologischen Bundesanstalt (Geologe, Pressesprecher, Bibliothekar).

Zahlreiche (Buch)veröffentlichungen. Zuletzt „Das Weinviertel und das Marchfeld“ (3. Auflage, Falter-Verlag, 2012) bzw. mit Reinhard Mandl (Fotos) „Das Weinviertel – Land und Leute (Krenn-Verlag, 2013). Mit Franz Schwarzinger „Die Wachau in ihren Sagen“ (Bibliothek der Provinz, 2002).

 (Privataufnahme vom Autor zur Verfügung gestellt.)
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
schwarzinger_1_200Franz Schwarzinger

1958 in Wien geboren. 1977-83 Studium an der Universität für Angewandte Kunst in Wien (Prof. Bazon Brock) und an der Universität Wien. Seit 1983 als freischaffender Künstler tätig.

Seit 1981 ca. 340 Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen u. a. Keramikmuseum Berlin; Kunstverein Pforzheim; Museum des 20. Jhdts., Wien; Musée Grobet-Labadié, Marseille; Museum voor schoene Kunsten, Gent; Museum Magdeburg; Museum of Tolerance, Los Angeles; Museum of Modern Art, Oostende; Museum Rheinsberg; Hetjens-Museum, Düsseldorf; Museo civico di Brunico, Brunico; Sakip Sabanci Museum, Istanbul, …
 
 (Privataufnahme vom Künstler zur Verfügung gestellt.)
 
   
 
 
 
 
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Radio & TV:

 
Thomas Hofmann in der Radiosendung "Lust auf Lesen - Bücher aus Niederösterreich"


Im TVW4, dem TV Waldviertel, erschien ein Kurzvideo eines Ausschnitts der Lesung/Präsentation von Thomas Hofmann aus seinem Buch "Brünnerstraßler ABC", das kürzlich bei Driesch erschien.
Kunstfabrik Groß Siegharts, 20.9.2013 (Im Rahmen der Vernissage einer Ausstellung von Franz Schwarzinger, der das Buch illustrierte.)
 
Krone NÖ, 26.11.2013:
 
hofmann_krone_26112013 

Rezensionen:

 
Rezension in Kulturnachrichten aus dem Weinviertel, 2013/1 (August) S.22 : rezension_wv_kulturnachrichten_2013_1_bruennerstr_abc
 
Richard Edl im Blog "WeinviertelBücher", 20.8.2013  
 
"Hommage an den alten Brünnerstraßler "
Rezension von Stefan Straka, KURIER, Weinviertel, 24.8.2013, Seite 18
 
 
rezension_schaufenster_kultur.region_okt_nov_2013_s_35


Rezension Schaufenster KULTUR.REGION Okt-Nov 2013 S. 35

 

Erinnerungen an eine (fast) vergangene Welt
Von A wie Achtung bis Z wie Zucker: das Brünnerstraßler ABC.
Rezension von Mag. Hans Gans in KULTUR & WIEN - das beschauliche Magazin
 
 

 

 

 


 
 
 
 
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