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Rezension zu GRENZSCHREIBEN in der niederösterreichischen Literaturzeitschrift PODIUM von Christian Grill

 

Seit 2004 gibt es das Literatur  und Musikfestival Retz. Seit Beginn steht das Thema "Grenze" im Mittelpunkt, was sich ja aufgrund der Nähe zu Tschechien anbietet. Das Unabhängige Literaturhaus Niederösterreich präsentiert seit Beginn des Bestehens immer wieder nachbarliche Schriftstellerinnen. Viele ähnliche Projekte gibt es seit dem Jahr 1989. Auch verschiedene Verlage haben sich der Literatur unserer Nachbarn angenommen, wie die Edition Korrespondenzen, der Wieser Verlag und andere.

Ein relativ kleiner Verlag , der Driesch Verlag, hat nun die interessante Anthologie "Grenzschreiben" herausgebracht, wo je zwei Autorinnen aus Österreich, Tschechien und der Slowakei in Originalversionen und Übersetzungen präsentiert werden. Aus Budgetgründen wurde aber nur ins Tschechische bzw. ins Deutsche übertragen. Leider wurde auch beim Lektorat eingespart, da es in den Übersetzungen nur so von Rechtschreib(neu)  und Grammatikfehlem oder umgangssprachlichen Ausdrücken wimmelt. Laut eines tschechischen Kollegen sind die Übersetzungen ins Tschechische sehr anspruchsvoll.

Es beginnt die Burgenländerin (erst seit 1918 Inland') Katharina Tiwald, die in ihrem Text über Hadyn (passend zum heurigen Jubiläumsjahr!), Lady Hamilton und Lord Nelson räsoniert. Jozef Spacek, slowakischer Lehrer, schöpft aus seinem Erfahrungsschatz und präsentiert uns einen eher ungewöhnlichen Professor, der sehr fantasievolle Themen wie "Wie ich den STORNOK entdeckt habe" seinen Schülerinnen "zumutet". Der zweite Text handelt vom Ende eines Rezensenten (ich hoffe, mir stößt nicht ähnliches zu). Von Milan Richter wurden einige kürzere Prosa  und Lyriktexte aufgenommen, die von Stephen Hawking oder Franz Kafka handeln. Den Abschluss bilden die Kürzesttexte und ein paar längere vom Vorarlberger Herausgeber Haimo L. Handl. Er verweist zu Beginn seiner Texte wenigstens darauf, dass er "ß" ignoriert und auch von "ph" und Getrenntschreibung in den meisten Fällen nichts hält.

Thematisch sind die Texte höchst unterschiedlich, sodass eine Zusammenfassung unmöglich ist. Im Wesentlichen ein gelungenes Buch, das Lust macht, mehr von unseren Nachbarn zu erfahren.

Christian Grill, PODIUM 151/152 (www.podiumliteratur.at)

 

 
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