Driesch Heft 2/2010

thumb_driesch2_cover1Themenschwerpunkt: Würde

Erscheint am 25. Juni 2010 

 
Die Präsentation der 2. Ausgabe erfolgt am 1. Juli um 19 h im Ranftl-Zimmer, 1. Stock, Wiener Künstlerhaus, Karlplatz, 1010 Wien gemeinsam mit art+print

 

Beiträge von Autorinnen und Autoren aus Österreich, der Schweiz, Deutschland, Niederlande, Katalonien, Rumänien, Usbekistan, Indien und China.

Inhaltsverzeichnis

Impressum
Vorwort
Sabine Nikolay: Let It Be
Haimo L. Handl: Nachtschatten 
Frederike Aiello: Figuren in Sesseln, Fotografie
Roland H. Handl: Russischer Soldatenfriedhof, Fotografie
Inessa Finkelshtein: Letztes Bad oder Kugelblitz der Ruhe  
Aus dem Russischen übersetzt von Elisabeth Namdar-Pucher
Ausgrabungen:
Alfred Lichtenstein: Die Fahrt nach der Irrenanstalt I + II
Paul Boldt: In der Welt / Die Sintflut
Marta Pérez i Sierra: Gedichte (deutsch / katalanisch) Übersetzung: Klaus Ebner
Monika Vasik: Gedichte 43
Martin Dragosits: Gedichte 45
Cao Nai Yun: Zehn Gedichte in deutscher Übertragung
durch den Autor und chinesischer Originalversion
Franz Blaha: Im Zoo. Fotografie 
Haimo L. Handl: Euro, Fotografie
Rudolf Kraus: Gedichte 
Karlheinz Pichler: Gedichte
Ana Bilic: Wie oben, so auch unten
Scholem Alejchem: Nonverbale Kommunikation; Fotomontage
René Oberholzer: Gedichte & Kurztext 
Gerdien Smit: Wachten / warten (Poem, niederl./deutsch)
Klaus Ebner: Geschichtslos
Monika Gierth: Das Versteckspiel
Grete Ruile: Der Skifahrer
La Guggurazzia: Bananenexperte, Cartoon
Martin Auer: Der Tätowierer
David Scholl: Nakam
Susanne Scholl: Kaddisch für meine Großeltern
Heide Breuer: 4 Keramikskulpturen: Königinnen (Abbildungen)
Sajid Husain: Poverty Unlimited 
Eva Austin: Kurt
Silvia Hlavin: Gute Tage
Nicole Makarewicz: Der Plan
Elfire Resch: Columbine
Nicole Mahal: Pudel
Ioana Orleanu: In einem Land in Europa
Rezension
Karl Garnitschnig: Die Menschenrechte des Kindes
Nachwort
Autorinnen & Autoren
Verlagshinweise

 

Vorwort:  Würde

Ein Vorwort soll es werden, eine Vorbereitung des Lesers, solange er vor Wort liegt, um dann gerüstet in See (in Text?) zu stechen. Kein Editorial, kurz und unaufgeblasen. Appetizer und Wegweiser, Appetitmacher und Guide soll es sein. Voilá: Hier also ein paar aus dem zu Erwartenden gepickte Häppchen… „Let It Be“ ist die vital lucid unweinerlich erzählte Identitätsfindung eines, zwischen den Mühlsteinen der Selbstverwirklichung Midlife geplagter Erwachsener heranwachsenden, Mädchens. – Würde im Generationen- und Gender-Clash.„Nachtschatten“ – Ein Dialog illustriert Zeitgeschichte und die Nachhaltigkeit kriegsbrutaler Demütigungen. („…Sarajewo wurde eine Totenstadt, in der die Lebenden die Toten oft beneideten…“). „Kaddisch…“ zeigt einen versöhnlichen, „Nakam“ einen unauslöschbar Leid geprägten Umgang mit dem Menschheits-Trauma Shoa („…wie lange mein Blick dich martern wird, bis dein Tod dir verziehen hat…“). „Das Versteckspiel“ findet in der ehemaligen DDR statt – Würdeverletzung ohne persönliches Interesse wird nüchtern aus Ich-Perspektive erzählt. „Der Plan“ beschreibt Flucht, ehe die Würde gänzlich in familiären Erpressungen erstickt. „In einem Land in Europa“  ist ein mit jüngstem Politgeschehen illustrierter Essay, voll aktueller Empörung und aktuellem Protest verordneten, verschlampten und hingenommenen Zuständen gegenüber. Einem Geschehen gegenüber, das rein geografisch viel zu nahe vor sich geht, als dass es hier unerwähnt bleiben dürfte. Oder möchten Sie erst mit kleineren Würde-Häppchen beginnen? Mit letzter Badezimmerwürde im Fliesenraster vielleicht? (Letztes Bad oder Kugelblitz der Ruhe)? Mit narretei-verborgener Würde? Foto: „Figuren in Sesseln“? Mit der Würde kalligraphischer Zeichen? Mit den chinesischen Versen in Jahrtausende alter Sprachornamentik? Mit satirischem Schmunzeln? Fotos, Fotomontagen und Gedichte bewegen sich teilweise in diesem Bereich. Ist es die multikulturelle Vielfalt, die Sie zuerst lockt? Lyrische Beiträge in Russisch, Spanisch, Chinesisch, Niederländisch, Englisch und Deutsch warten auf Ihren Lesedurst. Vielleicht ist es aber auch die Nostalgie, die zuerst bedient werden soll? Expressionistische Verse aus dem vorigen und vorvorigen Jahrhundert, in denen „Wolken mit ihren Regenhälsen Himmel trinken“, und in denen der Dichter sein „Gesicht auf Sterne fallen“ lässt, stehen zur Verfügung. Und da gibt es dann noch den Blick über den Zaun. Eine Rezension des Buches „Die Menschenrechte des Kindes“ . Es ist pünktlich zur 20. Wiederkehr der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention erschienen. Und es orientiert sich an Janus Korczak, jenem Pädagogen, der den ihm vorgeschlagenen Deal mit den Nazi-Schergen ausgeschlagen hat und mit den ihm anvertrauten Kindern gemeinsam in die Gaskammer und den Tod gegangen ist. Die Häppchen-Auswahl bedeutet selbstverständlich keinerlei Wertung, ist nicht repräsentativ und nichts weiter als das, was man an der Bar einen „Starter“ bezeichnet. In diesem Sinne: Prosit! Aber auch: Bene vobis vertat!
Wir erhielten auch diesmal viel mehr Beiträge, als wir Platz zum Publizieren haben. Eine Auswahl kann nie „gerecht“ sein; wir sind nicht im Wertungsbereich naturwissenschaftlicher Exaktheit. Aber wir haben uns bemüht, das uns am passendsten Erscheinende zu bringen. Wir wünschen viel Lesevergnügen und eine spannende Lektüre.

Zitat:
Dignity is a term used in moral, ethical, and political discussions to signify that a being has an innate right to respect and ethical treatment. It is an extension of Enlightenment-era beliefs that individuals have inherent, inviolable rights, and thus is closely related to concepts like virtue, respect, self-respect, autonomy, human rights, and enlightened reason. Dignity is generally proscriptive and cautionary: in politics it is usually synonymous to 'human dignity', and is used to critique the treatment of oppressed and vulnerable groups and peoples, though in some case has been extended to apply to cultures and sub-cultures, religious beliefs and ideals, animals used for food or research, and even plants. In more colloquial settings it is used to suggest that someone is not receiving a proper degree of respect, or even that they are failing to treat themselves with proper self-respect.The word "dignity" was first used in the Latin language before the Renaissance, then later by the French, and finally the English language. While dignity is a term with a long philosophical history, it is rarely defined outright in political, legal, and scientific discussions. International proclamations have thus far left dignity undefined, and scientific commentators, such as those arguing against genetic research and algeny, cite dignity as a reason but are ambiguous about its application.
Wikipedia  


Nachwort

Die Rückmeldungen nach der Auslieferung und den Präsentationen der ersten Ausgabe waren überaus positiv, vielversprechend und ermunternd. Wir danken für die Anerkennung und das Interesse.
Obwohl wir Bilder gegenwärtig aus Budgetgründen nur schwarz-weiß drucken, kommen sie gut an. Im nächsten Heft werden wir diese Sparte etwas umfangreicher gestalten.
Wie im Impressum ersichtlich, unterstützt uns jetzt Gabriele Folz-Friedl als Korrektorin. Für die nächste Ausgabe haben auch wieder professionelle Übersetzerinnen und Übersetzer Ihre Dienste zugesagt.
Der Postversand in einige osteuropäische Länder wie Bulgarien oder Rumänien funktioniert nicht;  unsere Abo-Sendungen kamen leider nicht an; dies gilt ebenso für Usbekistan. Bedauerlich, denn versicherte bzw. eingeschriebene Sendungen sind viel teurer.
Wir bitten unsere Leserinnen und Leser, DRIESCH weiterzuempfehlen; wir benötigen viele Abonnements, um die Produktion sichern zu können, da wir, wie erwähnt, ohne jede Förderung operieren.

Wir wünschen einen schönen Sommer und werden Sie mit unserer dritten Ausgabe im Herbst begrüßen.
Ihre Redaktion


 

 

 

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