Driesch # 12: Erosion

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Driesch Ausgabe # 12 / Dezember 2012


Präsentation & Lesung  

Dienstg, 11. Dezember 2012, 19 Uhr

Geologische Bundesanstalt
Neulinggasse 38, 1030 Wien

(Einlass pünktlich nur von 18:30 - 19:00 h, weil das Haus regulär um 16 h schließt!)

     

Mag. Thomas Hofmann, Leiter der Bibliothek und Autor, eröffnet.
Es werden Bilder von Günther Gross gezeigt.
Musik von Stephan Brodsky am Marimbaphon.
Moderation von Herausgeber Dr. Haimo L. Handl                               Video Erosion - Verfall        

 

Es lesen Harald Darer, Paula Resch, Ursula Soukup, Wolfgang Straßnig.

 

Seit 100 Jahren finden jeweils am Dienstag Vorträge in der Geologischen Bundesanstalt statt. Wir freuen uns, dass die GBA unsere letzte Ausgabe des Jahrgangs 2012 bei ihr im Rahmen dieser Reihe präsentiert und damit unsere kulturelle, literarische Reflexion zum Thema dort zugänglich macht.

 

 

 

Inhaltsverzeichnis:

preface
Jan Decker: Flucht aus Breslau
Sonja Bachmayer: Zimmer / Balkon; Fotografien
Beatrix Kramlovsky: Das Waldviertel in meinem Kopf
Susanne Morawietz: zigarettenpause
Heinz Pusitz: reducing walter pichler – bei google
Karin Seidner: Dunkelgrau
Eva Maria Wagner: Ein Morgen
Wolfgang Ratz: Anders, verschieden / Schiffbruch / Unter den Jashren
Gerlinde Thuma: Halm / Ufer; Abbildungen
Maria Hammerich-Maier: Birkengrün
Andreas Schumacher: Die Akte Hotzel
Franz Blaha: Verfall; Fotografie
Haimo L. Handl: Fenster; Fotografie
Wolfgang Straßnig: in erhabener / über den bergen
Wolfgang Galler: Grenzerosion
Ernst Kilian: Brockhausbaufälligkeit
Horst Leiwig: Der Abriss
Eckholz: Am Krankenbett; Cartoon
Holger Dauer: Kerzen im Kopf
Elisabeth Podgornik: Nullwachstum der Ereignisse
Meher Pestonji: Renewal Poems
Aura María Vidales: 2 Poems, spanisch/deutsch
Susana Szwarc: 4 Poems, spanisch/deutsch
Gerlinde Thuma: Ufer; Abbildung
Cao Nai Yun: 6 Gedichte gegen die Erosion; chinesisch/deutsch
Stephen Cuthbertson: My old father
Robert Svoboda: Abbildung aus der Serie „Future“; Arrangement
Manfred Chobot: Tod des Vaters
Ursula Soukup: Wenn er Charly Chaplin gewesen wäre
Harald Darer: Leberkästragödie
Wolfgang Christl: Altersheim / Verfall
Marlene Schulz: Zuallerletzt
Achim Höh: blüten köpfen
Harald Jöllinger: Die ewigen Oliven
Andrea Schnell: Chronos II / Feldpost; Abbildungen
Ira Wilhelm: Berlin im Herbst, oder: Betrachtungen an der Schwelle des Alters
Olaf Lahayne: Im Undergrund
René Oberholzer: Der geordnete Gang / Mit letzter Kraft / Der Unterschied
Werner Schönolt: Cres; Abbildung
Jusopohie Kerschbaumer: Rosenköpfers Hosenknöpfe
Edith Walter: Ausrangiert
Paula Resch: Alexander Schobers Manifest der Gleichgültigkeit
Christine Farniok: Der Wert von alten Pommes
Eckholz: Bitterfeld; Cartoon
Thomas Hofmann: Der Tod als Weggefährte. Balkanimpressionen
Thomas Hofmann: Grabstätte an der Autobahn / Partezettel; Fotografien
Günther Gross: 2 Farbcollagen
Thomas Hofmann: Aufreißen, Abreißen, Erodieren & Entdecken
Frederike Aiello: Piazza; Fotografie
Martin Neid: Müdigkeit
excavation:
Annette Droste-Hülshoff: Das öde Haus
Andrea Schnell: Die böse Absicht; Abbildung
Werner Schönolt: El Kab; Abbildung
Eckholz: Grabsteine; Cartoon
essais:
Wolfgang Straßnig: Über den Technikbegriff
Sonja Bachmayer: Leitungen; Fotografie
Wolfgang Florey: Wie weit ist es von Guernica nach Man Quang? Zu Hans Werner Henze
Eckholz: Qual der Wahl; Cartoon
commentaires:
Wolfgang Florey: Rhythmus – Sprache – Musik.
Zu Thrasybulos Georgiades
Franz Blaha: Zu „Gegen einsam“ von Daniela Meisel
Ka Ruhdorfer: Der Tag beginnt in der Nacht. Zu Manfred Chobot
Mario Karl Hladicz: Grusel in der Provinz. Zu Kurt Palm
Mario Karl Hladicz: Wiederentdeckung einer österreichischen Erzählerin. Zu Hannelore Valencak
Gustav Schwedinger: Vogeltraum. Zu Jürgen Marschal
Haimo L. Handl: Mittendrin. Zu Hans Werner Richter
Maria Hammerich-Maier: Der Foll Modrý. Zu Josef Haslinger
Robert Svoboda: Abbildung aus der Serie „Future“; Arrangement
František Sysel; Mann in Zimmer; Fotografie
postface
Statistik des Jahrgangs 3/2012
Kurzbiografien der Autorinnen und Autoren
Der nächste Jahrgang 4 / 2013 & Verlagshinweise
Haimo L. Handl: Alternde, blanke Brust; Fotografie

Planungen für2013

 

Vorwort:

 
Erosion beweist die unabdingbare Vergänglichkeit, der alles unterliegt. Sogar unser Planet Erde selbst wird einmal, in unvorstellbar langer Zeit, wenn unsere Gattung längst nicht mehr sein wird, ebenfalls zerstäuben, vergehen. Nichts bleibt ewig, wiewohl wir keinen Anfang kennen und kein bestimmtes Ende. Mit jedem Brocken Wissen, den unsere hochentwickelten Wissenschaften generieren, verstärkt sich die Erkenntnis der Relativität und der Endlichkeit. Je stärker diese Erkenntnisse und Fortschritte der Wissenschaft, desto verzweifelter die ewigkeits­orientierten Bemühungen religiösen Denkens; es scheint, der Mensch hält es nicht aus, den Tod als ein Ende anzuerkennen. Man rettet sich in Vorstellungen eines ewigen Lebens im Jenseits; doch die Wissenschaften zerstören auch diese Träume, wenn man nur konsequent denkt: zwar wird etwas nicht nichts, aber es bleibt nicht, was es war. Die ganze Ontologie und das Metaphysieren um das nichtige Nichts rennt im Kreis und kann die tiefe Angst doch nicht ausmerzen. Das Wissen selbst kratzt, erodiert die Haut unserer Seele... („Dem Bewusstsein ist es unangemessen, den Tod als absolutes Nichts zu denken, das absolute Nichts denkt sich nicht.“ Adorno/Horkheimer, Dialektik der Aufklärung)


Nietzsche erkannte hellsichtig die Problematik der Erkenntnis und der Rolle der Wissenschaft. Ausgehend von „Die Erkenntnis tötet das Handeln, zum Handeln gehört das Umschleiertsein durch die Illusion“ fand er zur Folgerung „Der Zweck der Wissenschaft ist Weltvernichtung.“ Für die meisten bietet die Religion das Mittel, dem Realitätsdruck standzuhalten. Für Nietzsche ist es die Kunst, die uns hilft, die Wahrheit auszuhalten, nicht an ihr zugrunde zu gehen. Goethe, der mit seinem Faust das Paradebeispiel des Wissensdurstigen, Getriebenen gab, vermochte nur durch Steigerung ins Übermenschliche den Ausgang der Tragödie annehmbar zu gestalten. Nietzsche sah bei Goethe die Dichtung als Hilfsmittel: „Bei Goethe ist gemäß seiner epischen Natur die Dichtung das Heilmittel, das ihn gegen die volle Erkenntnis schützt – bei den tragischen Naturen ist die Kunst das Heilmittel, das von der Erkenntnis befreit.“
Dass über Kunst Dauer, das Gegenstück zur allgegenwärtigen Vergänglichkeit, zum Tod, erreicht werden soll, beobachtet auch Adorno:


„Dauer des Vergänglichen, als Moment der Kunst, das zugleich das mimetische Erbe perpetuiert, ist eine der Kategorien, die auf die Vorzeit zurückdatieren. (...)
Doch scheint gerade in der Frühgeschichte der Bewerkstelligung von Dauer das Bewußtsein ihrer Vergeblichkeit gesellt, wenn nicht gar, im Geist des Bilderverbots, solche Dauer als Schuld den Lebendigen gegenüber empfunden wird. Resch zufolge herrscht in der ältesten Periode 'eine ausgeprägte Scheu, Menschen darzustellen'. (...)
Jenes Tabu stammt aus einer Angst vor den Toten, die auch dazu bewog, sie einzubalsamieren, um sie gleichsam am Leben zu erhalten. Manches begünstigt die Spekulation, die Idee ästhetischer Dauer habe sich aus der Mumie entwickelt. In diese Richtung weisen die Forschungen Speisers über die Holzfiguren aus den Neuen Hebriden, die Krause referiert: 'Von Mumienfiguren ging die Entwicklung zur körpergetreuen Nachbildung in der Figuren-Schädelstatue und über die Schädelpfähle zu den Holz- und Baumfarnstatuen.' Speiser deutet diese Wandlung als 'Übergang von der Erhaltung und Vortäuschung körperlicher Gegenwart des Toten zur symbolischen Andeutung seiner Gegenwart, und damit sei der Übergang zur reinen Statue gegeben'. Jener Übergang dürfte bereits der zur neolithischen Trennung von Stoff und Form, zum 'Bedeuten' sein. Eines der Mo­delle von Kunst wäre die Leiche in ihrer gebannten, unverweslichen Gestalt. Verdinglichung des einst Lebendigen trüge schon in Frühzeiten sich zu, ebenso Revolte gegen den Tod wie naturbefangen-magische Praktik.“


Am sinnbildlichsten erscheinen die Auswirkungen der Erosionsprozesse in der Landschaft, wo das härteste Gestein nicht standhält, wo Berge einbrechen, oder wo Wüsten voranschreiten und das blühende Leben dem erodierten, ausgedörrten Boden, dem Stein oder Sand weicht.


Die Ewigkeitsphantasien erklären nicht, wie ein Werden stattfinden könnte, wenn dieser Prozess kein Prozess, sondern ein fixierter, nämlich andauernder Zustand sein solle. Prozess, Leben, Veränderung bedingen Wechsel, Wachsen, Vergehen. Ver- und Zerfall gewinnen in diesem Lichte eine andere Bedeutung.


Je nach Kultur und Geisteszustand erblüht sogar eine „Ruinenkultur“. Anders, als dort und dann, wenn echte Ruinen als Resultate von Naturkatastrophen oder „humanen“ Kriegsauswirkungen das Bild beherrschen, werden in Parks „künstlich“ Ruinen als Dekor, als Sinnbilder errichtet, bei, in und unter denen man „lustwandelt“. Wie anders dagegen die öden Städte, die verschmutzten Strände, die weichenden Gletscher, die dürren, steinigen alpinen Hänge, the waste land. Verfall ist nicht gleich Verfall. Das tritt in den Wissenschaften anders zutage als in den Künsten. „So sind Erosion, Zerfall, Tod und Sterben aus Sicht der Geo­wissenschaften keine finalen Stadien, sondern Teile eines größeren Zyklus. Denn aus Sand wird fester Sandstein, aus weichem Kalkschlamm entsteht dichter Kalk. Wenn sich gebirgsbildende Kräfte „einmischen“, entstehen Quarzite, Marmore, Gneise oder Granite.“ (Thomas Hofmann).


In der Literatur, Sprachwissenschaft oder Philosophie gibt es zur Sprache Ansichten, die von einem permanenten Abbau, einem Verfall ausgehen: Niedergang von der verklärten Ursprache zur gemeinen Sprache der jeweiligen Gegenwart. Die Anrufung der Ursprache als doch untauglicher Versuch einer Bewahrung des vermeintlichen Paradieses oder was davon noch rettbar schien, der Prozess des Wandels, des Werdens, des Wechsels als Verlust eines Verfalls. Man denke nur an Hölderlin, Heidegger oder Hofmannsthal, um nur drei deutsche Autoren zu nennen. Bemerkenswert, dass der Untergangsphilosoph Oswald Spengler gerade bezüglich der Sprache eine völlig entgegengesetzte Position zu den drei Vorgenannten einnahm! Für ihn gab es keine bewahrenswerte Ursprache.


Dennoch ist vieles an der Sprachkritik nicht einfach abzuweisen oder abzutun. Dort, wo hohe Komplexität sich mindert und reduziert zu Simplifizierungen kann oder muss zu Recht von einem Verfall, einer Minderung gesprochen werden: schließlich leisten restringierte Kodes weniger als elaborierte, wie der britische Soziolinguist Basil Bernstein in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts formulierte. Hier verwundert auch nicht, dass sich der linksengagierte französische Soziologe Pierre Bourdieu gegen geforderte sprachliche Vereinfachungen verwahrte: es lässt sich nicht alles einfach sagen. (Lange vor Bernsteins Hypothesen entwarf George Orwell mit seiner Newspeak in „1984“ eine ähnliche Ansicht der Rolle der Sprache und Sprachpolitik, die später hinsichtlich des typischen Sozialverhaltens als Ausdruck von Politik in „Groupthink“ von William H. Whyte, und in einer bekannten Studie von Irving Janis untersucht wurde.)


Nach unserer Ansicht ändert sich Sprache, wie alles Lebendige, verfällt aber nicht. Die beobachtbaren Erosionen werden wettgemacht durch Neuschöpfungen und Anreicherungen. Wir sehen keine Desertifikation des Sprachlichen und Geistigen.


Wir liefern in unserer Ausgabe auch keine sprachwissenschaftlichen oder philosophischen Untersuchungen, sondern Literatur in Form von Lyrik und Prosa und Essay. Literatur, Kunst, nicht primär als Abbildung der Realität, wie früher von Naturalisten gesehen oder Widerspiegelungsfanatikern, sondern als Kreation, Schöpfung, Realitätsgestaltung und, nicht zuletzt, als Weiterführung, als Sinngebilde über das Gegebene hinaus. Wir hoffen, wir können mit den verschiedenen Beiträgen unserer Autorinnen und Autoren aus verschiedensten Kulturen die schillernde Vielfalt einfangen und ausdrücken.

Viel Lesevergnügen,

Ihr Haimo L. Handl, Herausgeber

 

Statistik des 3. Jahrgangs 2012: statistik_des_jahrgangs_3


 

Postface

 

In der letzten Ausgabe unterlief uns ein kleiner Fehler. Die Schlusszeile des Verses aus Hillary Keels Poem „Sunset park“ (Seiten 23-25) fehlt. Sie war beim Umbruch verloren gegangen. Auf Seite 25 muss der Vers korrekt lauten:

 

I am so proud

on the floor

await white papers.

 

Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

 

Wie uns Ruud van Weerdenburg mitteilt, ist der Grazer Autor und Medien-Kulturorganisator Franz Hofer, 1937 in Prüfing, St. Marein geboren, am 10. November 2012 in Graz verstorben.

 

Franz Hofer engagierte sich im Radio Helsinki, wo er in den letzten 12 Jahren unermüdlich monatliche Sendungen gestaltete, organisierte verschiedene Lesereihen, bei denen in den letzten Jahren auch Driesch öfters auftrat. Er produzierte Hörspiele, publizierte Bücher („gedichte gegen das vergessen eines aufenthalts“, „einen tunnel ins herz gegraben“, 101 liesbesgedichte“), initiierte die „literaturgruppe 112/31“, gab die Kassettenedition „liebeszeichen“ heraus und schrieb neben Lyrik auch Prosa. Er war ein freundlicher, offener, engagierter Mentor junger Autorinnen und Autoren und Musiker.

 

In dieser Ausgabe finden Sie zwei Abbildungen im Innenteil in Farbdruck. Ermöglicht wurde dies durch ein Sponsoring der Geologischen Bundesanstalt und des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung. Wir danken der GBA für Ihre Kooperation und Bereitschaft, dass wir die Präsentation dieser Ausgabe in Ihrem Hause vornehmen dürfen.

 

Zum Engagement der Republik Österreich in der Auslandskultur:

 

Als unsrer Herausgeber an der Auslandskulturtagung 2012 „Virtuell oder real?“ – Orte der Begegnung für die Auslandskultur“ am 4. September 2012 in den Wiener Kammerspielen, veranstaltet vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, teilnahm, staunte er über die Erfolgsberichte und die impressive Dokumentation begrüßenswerter Aktivitäten zugunsten österreichischer Kultur im Ausland.

 

Also schrieb er ans Außenministerium wegen Abonnements von Driesch für die Österreich-Bibliotheken.

 

In der Antwort äußerte sich Botschafter Dr. Martin Eichtinger, Leiter der Kulturpolitischen Sektion, unter anderem wie folgt: „Da für die Österreich-Bibliotheken vorrangig österreichische Literatur, und nicht Übersetzungen ausländischer Autoren ins Deutsche von Interesse sind, muss ich Ihnen bedauerlicherweise mitteilen, dass aufgrund der Zielgruppenrelevanz einerseits und der beschränkten budgetären Möglichkeiten andererseits eine Abonnierung Ihrer Zeitschrift für Literatur & Kultur, DRIESCH nicht möglich ist.“

 

Wir bedauern das auch.

 

Höhen und Niederungen österreichischer Kulturlandschaft:

 

Das Land Niederösterreich abonniert 30 Exemplare unserer Zeitschrift für seine Büchereien. Das begrüßen wir und sind dankbar einerseits für die Buchung, andererseits für die Chance, über die Büchereien potenzielle Leser zu erreichen.

 

Aber nicht überall besteht Bedarf und Interesse. Aus der kulturreichen Stadt Krems erfahren wir:

 

Von: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Gesendet: Montag, 08. Oktober 2012 11:58

An: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Betreff: Retournierung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

senden Ihnen auf dem Postweg das Exemplar der Zeitschrift Driesch  Nr. 11/2012: Hunger retour und bitten von weiteren Zusendungen abzusehen, da keine Nachfrage besteht.

 

Besten Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

Christiana Reischl

 

Das war die einzige negative Reaktion, die wir bisher erfahren haben. Wir fragten beim Kremser Kulturamtsleiter Dr. Schönfellner nach:

 

From: Driesch [mailto: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können ]

Sent: Tuesday, October 09, 2012 1:35 PM

To: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Subject: Städtische Bücherei Krems

 

Sehr geehrter Herr Dr. Schönfellner,

ich weiß nicht, ob Sie auch zuständig sind für die Städtische Bücherei Krems. Eigentlich wollte ich den Kulturstadtrat kontaktieren, da es eher um die politische, ideologische Seite der Kulturpolitik geht, als um die administrative oder technische. Aber durch die kürzlichen Wahlen ist eine Kontaktnahme im Moment etwas schwierig. Ich frage daher Sie an und ersuche gegebenenfalls um entsprechende Weiterleitung.

Ihre Bücherei schreibt uns folgende e-mail: (siehe oben)

Das Amt der NÖ Landesregierung, Abtg. Literatur, hat dankenswerterweise 30 Abonnements geordert für niederösterreichische Büchereien. Die Ablehnung und Retournierung Ihrer Bücherei ist für uns wirklich eine negative Überraschung. Ich meine, die Aufgabe einer Bücherei besteht ja nicht nur im Ausleihverkehr und Regaleinräumen, sondern auch in einer literaturpädagogischen Arbeit, indem man potentielle Leser auch an Ungewohntes oder Neues heranführt. Wie wurde denn festgestellt, dass "kein Bedarf" besteht?

Wir erhalten aus dem In- und Ausland viele positive Rückmeldungen; die Präsentationen und Lesungen stoßen auf reges Interesse. Krems rühmt sich, eine Kulturstadt zu sein. Sie beherbergen Einrichtungen Höherer Bildung, haben das ULNÖ, und viele Museen bestimmen das Kulturleben. Und gerade in dieser Stadt besteht kein Bedarf an einer international ausgerichteten Literaturzeitschrift? Das ist so bedeutsam, dass es Stoff für eine ernsthafte Kulturdiskussion bietet. Unsere Zeitschrift ist ein Nischenprodukt für Interessierte gehobener Bildung. Dass Angehörige dieser Bildungsschicht Ihre Bücherei nicht frequentieren, kann ich mir schwer vorstellen.

 

Mit besten Grüßen,

Driesch Verlag

Dr: Haimo L. Handl

 

Der Leiter des Kulturamtes der Stadt Krems, Dr. Franz Schönfellner antwortet uns:

 

Von: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Gesendet: Dienstag, 09. Oktober 2012 17:22

An: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Cc: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Betreff: RE: Städtische Bücherei Krems

 

Sehr geehrter Herr Driesch!

Ich kann Ihren Zeilen leider nur unberechtigte Vorwürfe unter anderem gegen die Arbeit der MitarbeiterInnen der Bücherei entnehmen, die keineswegs nur im Regalräumen und im Leihverkehr besteht.

Ich ersuche jedenfalls um Aufklärung, ob die Zeitschrift unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird. Die Bücherei legt sehr gerne Zeitschriften zur freien Entnahme auf.

Mir freundlichen Grüßen,

Dr. Franz Schönfellner

Leitung Bereich 2

Magistrat der Stadt Krems

Kulturverwaltung

 

Wir waren verblüfft. Wir entschlossen uns dennoch zu antworten:

 

Von: Driesch [ Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können ]

Gesendet: Dienstag, 09. Oktober 2012 17:43

An: ' Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können '

Betreff: AW: Städtische Bücherei Krems

 

Sehr geehrter Herr Dr. Schönfellner,

ich kann Ihrer Antwort nicht folgen. Welche Vorwürfe sind denn von mir unberechtigt erhoben worden? Ich zitierte die e-mail Ihrer Bücherei und fragte an, wie das Faktum, es bestehe kein Bedarf an unserer Zeitschrift, erhoben wurde. Weiters stellte ich allgemeine Überlegungen zur Büchereiarbeit an. Wenn die Fragestellung zur Literaturpädagogik für Sie und Ihre Mitarbeiter einen Vorwurf bedeutet, sei das Ihnen unbenommen, ich vermerke das nur mit Verwunderung.

Es geht auch nicht um ein Auflegen einer Zeitschrift zur freien Entnahme, sondern, das sollte doch aus meiner mail hervorgegangen sein, um ein Abonnement und die Ablehnung durch Ihre Bücherei.

 Ihrer Argumentation nach zu schließen vermute ich, werden wir nicht sinnvoll kommunizieren können. Ich danke jedenfalls für Ihre Antwort.

 

Mit besten Grüßen,

Dr. Handl

 (Driesch ist nur der Name der Zeitschrift bzw. des Verlags)

 

Diese zwei Beispiele werden dankenswerter Weise konterkariert durch positive Stimmen, viel Lob und Anerkennung, die wir von Lesern erfahren aber auch von Autorinnen und Autoren, die wir neu kontaktieren und gewinnen wollen. Da wir kein Budget haben, die Beiträge zu entgelten, ist das Engagement der Autorinnen und Autoren hoch anzurechnen, dennoch Beiträge zur Verfügung zu stellen. Dass es sich dabei nicht um Neben- oder Verlegenheitsprodukte handelt, beweisen unsere Ausgaben.

 

Wir danken allen Künstlerinnen und Künstlern, den Übersetzerinnen und Übersetzern, den Autorinnen und Autoren für Ihre Mitwirkung. Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser danken wir für Ihre Abonnements bzw. Ihre Lektüre. Ohne Ihr Interesse würde es unsere Zeitschrift nicht geben.

Dr. Haimo L. Handl

Herausgeber

 

 

 

Liste der Autorinnen, Autoren, Übersetzerinnen & Künstler:

 

Frederike Aiello, * 1958, lebt in Hard/Vbg. als freie Fotografin, absolvierte im Juni 2011 die Meisterprüfungund ,ist Mitglied der österreichischen Berufsfotografen. http://frederikeaiello.com
Sonja Bachmayer,  * 1960 in Ybbs a.d. Donau, lebt in Wien. Pressefotografin. Portfolio unter: http://www.flickr.com/photos/eyecon_sonne/, eigene Homepage unter: http://8ung.at/somoflo/ 
Franz Blaha, * 1945 in Wien. Lyrik in Wiener Mundart, Schriftsprache und Englisch, Kurzprosa. Veröffentlichungen in diversen Anthologien, langjährige Leitung der Schreibwerkstätte einer Straßenzeitung, Gerichtskiebitz für diese Zeitung, pedantes Korrekturlesen, Buchlektorate und -rezensionen, Redakteur bei Driesch.
Rike Bolte, Lebt in Berlin. Lateinamerikanistin, Moderatorin, Autorin & Übersetzerin.
Cao Nai Yun, Univ. Prof. Dr.,  * 1945 in der Provinz Jiang Su, China;  Professor für Germanistik an der Pädagogischen Universität Hua Dong, Shanghai, Mitglied des  Schriftstellerverbandes China. Arbeitet als Übersetzer und Herausgeber klassischer und zeitgenössischer deutscher Literatur. Lebt in Wiener Neustadt und Shanghai.
Manfred Chobot, * 1947 in Wien. Studium der Kulturtechnik und Wasserwirtschaft. Von 1991 bis 2004 Herausgeber der Reihe "Lyrik aus Österreich". Redakteur der Literaturzeitschrift "Podium" (1992 bis 1999) und "Das Gedicht" (1999 bis 2002). Zahlreiche Hörspiele und Features sowie Fotoausstellungen. Jüngste Publikationen: Der Tag beginnt in der Nacht. Eine Erzählung in Träumen. Wien 2011; Versuch den Blitz einzufangen. Roman. Innsbruck 2011; gemeinsam mit Gerald Jatzek (Hg.): Schmäh ohne, aber echt. Wiener Satire und Humor aus 100 Jahren. Wien 2010; mit Dieter Bandhauer (Hg.): Die Wunderwelt, durch die ich schwebte. Literarische Träume. Wien 2011   www.chobot.at
Wolfgang Christl, * in Passau. Seit vielen Jahren in München wohnhaft. Mit dem Verfassen von Texten vor etwa 10 Jahren begonnen. Diese entstehen hauptsächlich auf Wanderungen und Reisen und sind in einigen Anthologien und Zeitschriften erschienen. www.christl-muenchen.de
Stephen Cuthbertson, * 1982 in Scotland, received his Master’s degree from Newcastle University in 2010. He is a poet, fiction writer, and is currently working on a stage play. His work has been published in a range of magazines, both in traditional print and online. He settled in Vienna two years ago to teach and write.
Harald Darer, * 1975 in Mürzzuschlag/ Steiermark.Nach Schule/ Lehre/ Bundesheer und diversen Weiterbildungen beginnt 1996 die Migration. Seit 1997 wohnhaft in Wien.Seit 2005 Veröffentlichung von Texten in Literatur-Magazinen und Anthologien. 2009-2010 Akademie für Literatur in Leonding
Holger Dauer, *1961, seit 2001 Online-Redakteur bei „3sat", daneben freier Autor und Literaturkritiker. Herausgeber des Literatur-Info-Portals „TourLiteratur" (www.tour-literatur.de).www.holger-dauer.de
Jan Decker, * 1977 in Kassel, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er schrieb Theaterstücke mit Uraufführungen am Staatstheater Nürnberg und dem Theater Vorpommern sowie zahlreiche Hörspiele und Features, zuletzt „Jaco Pastorius’ Gang durch den Schnee von Rheidt nach Havona“ (Deutschlandradio Kultur 2011) und „Welspaprikas“ (SWR 2012). 2012 Spreewald-Literatur-Stipendium und Literaturpreis Prenzlauer Berg. Sein Buch „Eckermann“ erschien im selben Jahr mit Zeichnungen von Kay Voigtmann in der Edition Ornament. Er lebt als freier Autor in Leipzig, und schreibt gerade an neuen Hörspielen und Features für verschiedene Sendeanstalten sowie einem Hörspiel-Lehrbuch für den Schulunterricht.   www.decker-jan.de
Eckholz, bürgerlich Sven Kruscha, wurde 1978 im Sächsischen Werdau, damals DDR, Bezirk Karl-Marx-Stadt, geboren. Lebt seit 1984 in Gera/Thüringen.
Christine Farniok, * 1950 in Mallnitz, Kärnten; bald Übersiedelung nach Wien, wo sie lebt; Mittelschule, Matura, Studium der Biochemie und Mikrobiologie, Diplom. Berufliche Laufbahn im Patentwesen, ab 2010 freiberuflich als Patentkonsulentin tätig. 2010 erste schriftstellerische Versuche (Kurzgeschichten, Gedichte). Jüngste Veröffentlichung: Radieschen Nr. 19, "süß & sauer", September 2011.
Wolfgang Florey, Mag., *1945 in Salzburg, studierte am Salzburger Mozarteum (bei Prof. Georg Weigl), der Wiener Musikakademie und der Hamburger Musikhochschule (bei Prof. Wilfried Boettcher) Violoncello. Lebt als Komponist in Wiesbaden.   www.florey.de
Wolfgang Galler, Mag. geboren 1978, ist Historiker, Autor und Ausstellungskurator. Er lebt in  Wolkersdorf im Weinviertel. Jüngste Publikationen: Das Weinviertler Brotbuch; Von Bauern, Müllern und Bäckern (erscheint im Herbst 2012). Straßengeschichte(n); Handeslwege quer durch Europa, mitten durchs Weinviertel (gemeinsam mit Stefan Eminger; erscheint im Frühling 2013). Kulturgut Kellergasse im Katalog zur NÖ Landesausstellung 2013 (erscheint im Frühling 2013). Günther Gross, Mag., * 1961 in Waidhofen an der Thaya. 1988 bis 1993 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Prof. F. X. Ölzant; lebt und arbeitet in Groß Siegharts. Leiter der Kunstfabrik Groß Siegharts, künstlerischer Leiter des ART WALK Groß Siegharts. Einzel- und Gruppenausstellungen seit 1991.
www.kunst-gross.at
Maria Hammerich-Maier, Mag., * 1961 in Korneuburg, lebt in Bayern und Prag. Gerichtsdolmetsch für die tschechische Sprache, Journalistin (Radio Prag) und Autorin sowie Übersetzerin (jüngste Übersetzung: Ivan Klima „Stunde der Stille“) Haimo L. Handl, Dr., * 1948 in Vorarlberg, lebt in Wien und im Weinviertel. Freiberuflicher Erwachsenenbildner, Publizist, Verleger. Studierte in Österreich und den USA, war zwei Jahrzehnte Universitätslektor für Kommunikationswissenschaft und Politikwissenschaft. Redakteur bei kultur-online.net, gab für 10 Jahre das Online-Magazin ZITIG heraus; Geschäftsführer von GLEICHGEWICHT und DRIESCH Verlag. Mitglied des Literaturkreises PODIUM und der Grazer Autorenversammlung. www.handl.net/
Mario Karl Hladicz, Mag., * 1984 in Graz, Studium der Germanistik und Anglistik/Amerikanistik. Versuche in Prosa. Veröffentlichungen in Zeitschriften (u.a. schreibkraft, DUM) und Anthologien.
Thomas Hofmann, Mag., * 1964 in Wien, daselbst Schule und Studium der Erdwissenschaften. Seit 1991 an der Geologischen Bundesanstalt. Zunächst als Geologe, dann als Pressesprecher und seit 2008 als Leiter der Bibliothek, des Archivs und des Verlages tätig. Seit 1995 intensive publizistische Tätigkeit über (geo)wissenschaftliches, regionale Themen, Sagen, zeitgenössische Kunst (Malerei, Bildhauerei). Zuletzt in der Reihe "Falters Feine Reiseführer": Das Weinviertel und das Marchfeld (3. Auflage, 2012).
Achim Höh, geboren 1960 in Hückeswagen, lebt in Neukirchen. Früher im Fachjournalismus tätig, heute Lehrer für Deutsch, Gesellschaftslehre und Medien. Ich schreibe Lyrik und Kurzprosa.  Veröffentlichung:  „der strom“  (federwelt 86/11, S. 49)
Harald Jöllinger, * 1973 in Mödling; lebt in Maria Enzersdorf, schreibt Nonsens, schwarzhumorige Lyrik und Kurzprosa. Teilnehmer der Celler Schule 2007 und des Irseer Pegasus 2012. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. 2008 im Memoiren-Verlag Bauschke erschienen „Schlichte Gedichte“.
JuSophie Kerschbaumer, Mag., * 1953 in Wien geboren, lebt dort. Ausbildungen als Kunsttherapeutin, Kreativcoach, Tiefenpsychologin, Pädagogin. Schreibt schon länger Lyrik und Prosa. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften.
Ernst Kilian, * 1945 in Obdach. Studium der Germanistik und Anglistik. Lebt in Wien und Graz. Literarische und journalistische Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Mitarbeit an mehreren Buchpublikationen.
Beatrix Kramlovsky, * 1954 in Steyr/OÖ., lebt in Bisamberg/NÖ. Zahlreiche in- und ausländische Preise und Stipendien. Jünste Buchpublikation: Die Erde trägt ein Kleid aus Worten. Europa Verlag Zürich, 2010  www.kramlovsky.at
Olaf Lahayne, Dr., * 1968, aufgewachsen in Niedersachsen, lebt der Autor seit 1997 in Wien, wo er als Wissenschaftler an der TU tätig ist. Nach dem Abschluss seiner Dissertation im Jahre 2008 veröffentlichte er eine Novelle und ca. 20 Kurzgeschichten in Anthologien und Zeitschriften. (Einiges findet sich auf www.amazon.de)
Horst Leiwig, lebt in Bielefeld. Gelernter Schriftsetzer. Nach Tätigkeiten in verschiedenen Offizinen Maschinensetzer sowie Meisterprüfung für Schriftsetzer. Danach Wechsel in den öffentlichen Dienst. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften zwei Bücher: Chili für die Venus, Wunderwaldverlag (2011), Pfeffrige Sünde, Chiliverlag (2012).
Susanne Morawietz, * 1969 in Berlin. Bibliotheksfacharbeiterin, Sinologin, derzeit Pflegehelferin. Gründerin des Autorentreffs "Berliner Federlesen". Veröffentlichungen in Zeitschriften.
Martin Neid, Dr.,* 1950, von Beruf Rechtsanwalt, lebt mit Frau und fünf Kindern in Wolkersdorf, Niederösterreich. Veröffentlichungen literarischer Texte in mehreren Zeitschriften, Herausgabe des Buches "Alles vorbei - Geschichten von Hintaus" im Verlag Hofer, 2007; Landessieger des Niederösterreichischen Literaturkarussells 2007, spielt auch Theater und macht seit fünf Jahren in Obersdorf das Weinkabarett.
René Oberholzer, * 1963 in St. Gallen, lebt und arbeitet seit 1987 als Sekundarlehrer, Autor und Performer in Wil/Schweiz. Schreibt seit 1986 Lyrik, seit 1991 auch Prosa. Zahlreiche Auftritte, Lesungen und Veröffentlichungen. Jüngste Buchpublikation: "Die Liebe wurde an einem Dienstag erfunden" (120 Geschichten) (2006), Nimrod-Literatur-Verlag in Zürich. www.reneoberholzer.ch/ 
Meher Pestonji, * 1946 in Bombay, India. A freelance journalist, Meher Pestonji has participated in the campaign to change rape law in the '70s, the struggle of slum dwellers' housing rights, children's rights, anti-communalism campaigns and detailed reporting on the SriKrishan Commission instituted to investigate the Bombay riots of 1992-93. Books: Sadak Chaap, Penguin India 2006 (French translation 2007, German 2010), Pervez, Harper Collins, India 2002, Mixed Marriage and Other Parsi Stories. Harper Collins, 1999. Theater plays: Piano for Sale, Feeding Crows, Outsider.
Elisabeth Podgornik
, * am 1975, aufgewachsen in Sonntagberg, wohnhaft in St. Pölten, Österreich. Veröffentlichungen u. a. in den Literaturzeitschriften kolik, Podium, etcetera, Landstrich, Rampe und in diversen Anthologien; zweiter Preis des Literaturwettbewerbs Goldenes Kleeblatt 2007 „Gewalt mit Worten begegnen“. Jüngste Veröffentlichungen: „Das gelbe Haus“, Kurzgeschichte; in „Worte überwinden Grenzen“, Hrg. Thorsten Hinz, Lambertus Verlag, Juli 2012, ISBN 978-3-7841-2107-9. „Haiku“, in „Frühling im Herzen“, Band 1, Hrg. Marie Rossi, Elbverlag, Magdeburg 2012, ISBN 978-3-941127-15-9. Demnächst erscheint: „Nichts ist, wie es war“, Kurzgeschichte; in „Von abgeknickten Ohren und anderen Ungerechtigkeiten. Zwillingsgeschichten- und gedichte“, Twinmedia Verlag, Oberglatt
Heinz Pusitz, Schriftsteller und Buddhismuslehrer, lebt in Wien.
www.steppenspiel.at
Wolfgang Ratz, Mag., * 1959 in Bilbao/Spanien, lebt als Autor, Gerichtsdolmetsch, Übersetzer und Liedermacher in Wien und südamerikanischen Ländern. Übersetzerstudium für Spanisch, Englisch und Französisch. Schreibt Lyrik, Prosa und Rezensionen; Mitglied der GAV, Gründungsmitglied der ALA und Mitglied des ÖSV. Zahlreiche Buchpublikationen und Beiträge in Zeitschriften. Erhielt für sein Werk etliche ausländische Preise.
Ka(roline) Ruhdorfer, * 1967 in Villach, lebt nach Aufenthalten in China, den Philippinen, Frankreich und den USA in Wien, wo sie als Übersetzerin und Drehbuchautorin arbeitet. Teilnahme an Lyrikfestivals in Österreich, Argentinien, der Türkei. Gewinnerin von Poetry Slams (Café Stein/Droschl Verlag; Schikaneder). Schreibt an einem größeren historischen Roman.
Andrea Schnell, * 1956 in Mödling, Studium an der Grafischen Lehr- und Versuchsanstalt, Wien, Teilnahme an der Sommerakademie Salzburg, Malerei bei Strawalde, Mitglied der IG Bildende Kunst. Ausstellungstätigkeit seit 1989 im In- und Ausland, Beteiligung an Kunstmessen. Galerienvertretung: Galerie Lang, Wien (www.glw.at) sowie Galerie kunstraum arcade, Mödling
(www.kunstraumarcade.at).   www.andrea-schnell.at
Werner Schönolt, * 1951 in Wien, lebt im Burgenland. Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst, Meisterklasse für Bühnenbild und Filmgestaltung. 1975 Diplomarbeit mit Auszeichnung. Szenenbildner / Art Director bei Film- und TV-Produktionen: Holocaust, Peter the Great, Anastasia, Ferien mit Sylvester  Mozart und Meisel, Ikarus, La Boheme. Bühnenbild und Kostüme für mehr als 130 Theaterproduktionen in Wien (Burgtheater, Volkstheater, Theater in der Josefstadt, Theater der Jugend), sowie verschiedene Bühnen in Deutschland. Seit 1983 Co-Direktor und Ausstattungsleiter von THEATER m.b.H. Wien.
www.theatermbh.at
Marlene Schulz, *1961 in Heidelberg, Erziehungswissenschaftlerin. Studien des belletristischen und journalistischen Schreibens, Stipendiatin am Institut für kreatives Schreiben in Bad Kreuznach. Lesungen auf unterschiedlichen Bühnen, u. a. Stalburgtheater Frankfurt, Burg Eppstein, Radio Rheinwelle, Buchmesse Frankfurt am Main. Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften.
Andreas Schumacher, *1981 in Bietigheim-Bissingen, Studium der Literatur in Stuttgart, lebt in Walheim und schreibt Gedichte und Geschichten.
www.andreasschumacherinfo.de
Gustav Schwedinger, * 1960 in Heidelberg; lebt in München und Wien.
Karin Seidner, Mag., * 1963 in Wien, wo sie auch als vierfache Mutter lebt und als Germanistin und Anglistin sowie Leiterin von kreativen Schreibworkshops und als Psychotherapeutin arbeitet. Zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien; 2003 Gewinnerin des Siemens-Literaturpreises und des Preises beim Stauffacher Lyrik-Wettbewerb Bern.
Ursula Soukup, Mag., Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Kunstgeschichte in Wien; Fulbright Stipendium an der University of California Los Angeles , USA; PR Expertin; seit 2011 Teilnahme am Lehrgang „Literarisches Schreiben“ am Institut für Narrative Kunst. Lesungen bei PODIUM -  Sommerlesereihe 2012 und Reigenprojekt „Sleeping with Arthur“. Letzte Veröffentlichung in der Anthologie Brüchige Welten, Edition Atelier.
Helena Stanek-Neuwirth, Mag., * 1970 in Sokolov, studierte Sozialanthropologie und Sinologie in Wien und in China. Arbeitete zwei Jahre bei der UNESCO in Bangkok als Consultant. Seit drei Jahren ist sie freiberuflich als Übersetzerin in Wien tätig.

Wolfgang Straßnig, Prof., * 1944, Lyriker. Studierte an den Musikhochschulen in Graz und Hamburg. In dieser Zeit entstehen erste Gedichte. Danach Lehrtätigkeit und Konzerte, Lesungen. 1976 Reise nach Afghanistan. Lebt und arbeitet in der Nähe von Graz.
Robert Svoboda, * 1959 in Wien-Alsergrund geboren, aufgewachsen in Favoriten, lebt in Brunn am Gebirge. Handbuchdrucker, Galerist (Kunstraum Arcade, Mödling; gemeinsam mit seiner Frau Helga Cmelka). www.artprint.at

František Sysel, * 1953 in Šumperku, Tschechien; Fotograf und Restaurator für Papier, Bücher & Fotografie.Lebt in Vřesovice, okr. Prostějov

 

Susana Szwarc, * 1952 in Quitilipi, in der argentinischen Provinz El Chaco. Sie hat folgende Werke publiziert: El artista del sueño y otros cuentos (‘Der Traumkünstler und andere Erzählungen’, 1981); En lo separado (‘Im Getrennten’, Gedichte, 1988), Trenzas (‘Zöpfe’, Roman, 1991), Bailen las estepas (‘Steppentänze’, Gedichte, 1999), Bárbara dice (‘Barbara sagt’, Gedichte 2004), dazu Kinderliteratur und Thetaerstücke, etwa Paisaje después de los trenes (‘Landschaft nach Zügen’, 1985). Susana Szwarc schreibt außerdem für eine Reihe namhafter Zeitungen, unter denen sich La Nación, Clarín und Zihender Stern befinden. Die Autorin hat zahlreiche Stipendien und Preise erhalten, u.a. den Cortázar-Preis. Demnächst erscheint Susana Szwarc’ neuer Erzählband "El aire justo"
Gerlinde Thuma, * 1962 in Wien, 1981.88 Studium Mkl. Maria Lassnig / Hochschule für Angewandte Kunst / Diplom; Staatssdtimpendium und verschiedene Preise; Seit 1988 freiberuflich auf den Gebieten Malerei und Graphik, Skulptur, Land Art, Bühnenbild, Einzel- und Gruppenausstellungen, Projekte, Symposien, Reisen seit 1982 im und ins In- und Ausland. Werke im Besitz vieler Museen und öffentlicher Einrichtungen sowie Sammlungen. www.gerlindethuma.at
Aura María Vidales, * 1958 in Mexiko-City. Lyrikerin und Journalistin, Teilnehmerin der Workshops von Oscar Wong und am Writers Program der Universität von Iowa. Gedichtbände: Ensueños, Estalactitas, Balada para un viento suave, Ventanas vacías, Canto para un guerrero, Arco iris (Lyrik für Kinder). Einige ihrer Gedichte wurden in die Anthologie „Lyrik zwischen zwei Welten“, Hrsg. Ramos/Ratz, Wien 2004, aufgenommen.
Eva Maria Wagner, * 1981 in Tirol, lebt in Wien. Schreibt Kurzprosa, Lyrik und Theatertexte. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften. Zuletzt Uraufführung des Kurzdramas "Vergleichsweisen" im Rahmen des Autorenfestivals des Theater Lüneburg. Lesung im Rahmen der kolik.autoren.lounge. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur.
Edith Walter, Dr. * 1970 in Graz. Promovierte Rechtswissenschaftlerin und Jungautorin. Juristische Fachpublikationen in deutscher und englischer Sprache. Erste literarische Veröffentlichung 2010 in der Zeitschrift „etcetera“.
Ira Wilhelm, Mag., * 1962 im Schwarzwald, Studium der Komparatistik in München, Übersetzerin aus dem Niederländischen und Publizistin in Berlin.
irawilhelm.blogspot.co.at/
Peter Paul Wiplinger, * 1939, Autor, Lyriker, Fotograf. Zahlreiche Buchpublikationen und Beiträge in Anthologien sowie Zeitschriften, viele Übersetzungen in über 20 Sprachen. Lebt in Wien. www.wiplinger.at.tf

 


Planungen für 2013:

 

Sebestyén

 

Im Frühjahr 2013 erscheint eine Sonderpublikation, ein Textauszug aus György Sebestyéns 1965 erschienenem Buch „Flötenspieler und Phantome. Eine Reise durch das Tauwetter“ , und zwar das Kapitel „Tschechoslowakei“. Es wird ergänzt durch die Übersetzung ins Tschechische von Dr. Helena Tesařiková und einem Nachwort von Heide Breuer, die lange mit dem Autor liiert war. Eine zwei­sprachige, kleine Ausgabe, als Appetitmacher auf die Bücher von György Sebestyén, die den Jüngern nicht mehr bekannt sind.

 

Müller-Ott / Ziemska / Handl

 

Prof. Dr. Dorothea Müller-Ott hat Frau Mag. Joanna Ziemska vom Slawistischen Institut der Universität Wien mit ihrer Gruppe dafür gewonnen, „drinnen & draussen“, Kurzprosa und Poems von Haimo L. Handl, ins Polnische zu übersetzen. Geplant ist eine rein polnische Ausgabe in der REIHE. Im Januar 2013 werden auch Lesungen in Naleczow und Warschau vom Autor und der Übersetzerin Dorothea Müller-Ott abgehalten werden.

 

Tesche / Rozner

 

Geplant ist auch die Publikation der deutschen Übersetzung von Gerlinde Tesche von Ján Rozners Buch „Sedem dní do phrebu“, das 2010 im Bratislaver Verlag Albert Marenčin erschien (335 Seiten), falls die nötigen Förderungen lukriert werden können.

 

 

In der REIHE sind noch folgende Titel geplant:

 

  • Wolfgang Florey: Shakespeare’s The Tempest in musikalischer Deutung

  • Haimo L. Handl / Richard Steurer: Goethe / Brahms: Harzreise & Alt-Rhapsodie. Eine literarische und musikalische Interpretation

  • Gerlinde Tesche: Untersuchungen zu Marina Zwetajewa & Paul Celan (Aus einem Symposiumsbeitrag 1982)

 

 

 


 

12_erosion_umschlag_vorderseite_rgb300Verfall: Bedeutungen:

[1] allmähliche Zerstörung von Gebäuden oder Gegenständen (auf Grund des Alters, mangelnder Pflege...)

[2] Wertminderung oder Verlust des Wertes einer Sache (z.B. Währung, Gutschein, Patent, Preise...)

[3] Verlust von Einfluss und Geltung (von Staaten, politischen Systemen, Kultur, Sitten)

[4] Verlust von körperlicher, geistiger oder seelischer Kraft (eines Menschen)

Zerfallen, zersetzen, vergehen, eingehen: sterben, absterben:

körperlicher Verfall

geistiger Verfall

Demenz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alzheimer Demenz Film: Demenz verstehen - Aufklärung, Rat und Trost

What is Alzheimer's disease?

 

 

Preisverfall

Sittenverfall

Sprachverfall

"Ich mach dich Messer!": Sprachwissenschaftlerin verteidigt "Kiezdeutsch"

 

 

Kulturverfall

Zivilisationsverfall

Verfall von Fristen

Verfall von Haltbarkeit (Lebens- oder Arzneimittel, Papier, Bücher, elektronische Speicher)

Halbwertszeit

Geldverfall (Geldentwertung, Inflation, Währungskrise, Eurokrise)

Sozialer Verfall (gesellschaftlicher Niedergang, Werteverfall, Verfall der Institutionen und des Rechts)

Verfall von Gebäuden (Ruinen)

Ruinenkultur

Zerfall

Zersetzung

Verwesung

Der Körper nach dem Tod. Part 1 of 3

 

 

Die Verwesung der Leichname - Doku 1/2 - Der Friedhof

 

 

Aufhalten der Verwesung, des Verfalls: Mumifizierung

Rudi Keller: Ist die deutsche Sprache vom Verfall bedroht? online 12.07.2004 (pdf)

Sorge um Pflege und Ärzte. Deutsche fürchten Verfall des Gesundheitssystems

SPIEGEL online 23.11.2011

Der Verfall der Europäischen Union:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

 

Thomas Breitner: Kommentar zu Richard Sennett "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität" - pdf 11.02.1999

 

Der Zerfall Jugoslawiens ist 20 Jahre her. Inwiefern hat die Literatur eine Rolle bei der Bewältigung der Ereignisse gespielt?

Kleine Zeitung, 16.6.2011

Wulff, Gingrich & Co. : Von stürzenden Präsidenten und moralischem Verfall
Harald Martenstein, Der Tagesspiegel, 23.01.2012

Zum Tod von Wolfgang Hilbig
Widerstand gegen den Zerfall der Literatur

03.06.2007 ·  „So schnell, wie ich denke, so schnell kann ich schreiben. Also langsam.“ Der Büchner-Preisträger Wolfgang Hilbig hat sich stets zu seinem literarischen Außenseitertum bekannt. Nun ist er im Alter von 65 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Ein Nachruf von Tilman Spreckelsen. FAZ, 3.6.2007

Gedichtinterpretation von Georg Trakls „Verfall“

Georg Trakl: Verfall; Rezitation von Fritz Stavenhagen

 

 

 

Thomas Mann: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Anmerkungen.

Emile M. Cioran: Lehre vom Zerfall.

Auslöschung. Ein Zerfall.

Thomas Bernhard

Chronist des Zerfalls. Die Aktualität des Schriftstellers Heimito von Doderer
FOCUS 36/1996

"Sprachverfall"? lol! Neuanfang! Marc Hieronimus im LICHTWOLF, 20.9.2011

Max Frisch - Demokratie im Verfall? (Diskussion 1989)

Im Jahr 1989, gut zwei Jahre vor seinem Tod, hatte Max Frisch sich bereit erklärt, ausgehend von seinem Text "Demokratie - ein Traum?" über das Thema "Demokratie im Verfall" zu diskutieren. Als Gesprächspartner eingeladen sind der Westschweizer Publizist Jacques Pilet ("L'Hebdo") und der Basler Philosoph Hans Saner.


Eine neue Art von Tod
«Verstrahltes Leben» – Hayashi Kyokos Erzählungen um den Atombombenabwurf von Nagasaki
Ludger Lütkehaus, Neue Zürcher Zeitung, 8. Februar 2012


Europas Zersetzung: Die Weichen sind auf Postdemokratie gestellt.
Dirk Jörke, CICERO 8. Februar 2012


Es mehren sich die Zeichen des Untergangs
«Nordlicht» – der Slowene Drago Janc(ar erzählt von einer Welt am Abgrund
Karl-Markus Gauss, Neue Zürcher Zeitung, 11. Februar 2012

Retromania

Kulturen des Bruchs

Das Ende der Tradition?
Caspar Boehe, Juli 2012
de-cn - Deutsch-chinesisches Kulturnetz

Im vergangenen Jahr geisterte ein Begriff durch die Feuilletons deutscher Zeitungen, der ein weit verbreitetes kulturelles Phänomen benannte: Retromania – so der Titel eines Buchs des Kulturjournalisten Simon Reynolds, in dem er der Frage nachging, warum die Popkultur dieser Tage sich zwanghaft auf ihre eigene Vergangenheit stürzt und sie ständig reproduziert, anstatt daraus etwas Neues zu schaffen.